Positionspapier der Landesinitiative Open Research Berlin
Im neuen Positionspapier zur Entwicklung von Open Research in Berlin (2026) wurden in einem partizipativen Prozess zahlreiche Vorschläge erarbeitet, wie die Aktivitäten zur Förderung von Open Access auf Open Research ausgeweitet und Koordination und Kooperation im Berliner Forschungsraum weiterentwickelt werden können.
Grund dafür ist, dass Open Research Wissenschaft besser, wirksamer, gerechter und resilienter macht. Dafür brauchen die Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen gezielte Investitionen in Infrastruktur, Qualifizierung und Anreizsysteme. Die Prinzipien von Open Research – Transparenz, Partizipation, Fairness und Diversität – sind für demokratische Aushandlung, Meinungsbildung und das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft entscheidend. Auch deshalb braucht das Land Berlin ein koordiniertes Vorgehen zusammen mit den Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen.
Eine nachfolgende, gemeinsame Open‑Research‑Strategie von Land und Hochschulen, wie sie in den Hochschulverträgen 2024–2028 vereinbart wurde, soll die Forschungspotenziale Berlins im Bereich Wissenschaft und Kulturerbe besser erschließen und die Standortvorteile stärken. Das nun von der Landesinitiative veröffentlichte Positionspapier dient als Diskussionsgrundlage für die Ausarbeitung dieser gemeinsamen Strategie
Wie es nun weitergeht
Das Thema Open Research ist äußerst facettenreich, berührt mindestens die Domänen Wissenschaft und Kultur und umspannt prinzipiell alle Zyklen des Forschungsprozesses. Aufgrund dieser Komplexität schlägt die Landesinitiative in dem Positionspapier die Bildung von einrichtungsübergreifenden Arbeitsgemeinschaften vor, die im weiteren Verlauf Maßnahmen in einer Agenda konzipieren und bei der Umsetzung verfolgen.
Fachgemeinschaften und die interessierte Öffentlichkeit erhalten die Möglichkeit, das Positionspapier zu begutachten, zu kommentieren und sich auf diese Weise jetzt und im weiteren Prozess einzubringen. Das Positionspapier wird daher unter anderem auf der Plattform PubPub veröffentlicht. Dort steht es allen Interessierten für ein Open Peer Review zur Verfügung.
Empfehlung zur Landesinitiative Open Research
In ihrer Sitzung vom 8. Dezember 2020 begrüßte die AG Open-Access-Strategie Berlin unter der Leitung des damaligen Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach und des leitenden Direktors der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin Dr. Andreas Brandtner, zeitnah die Entwicklung einer Berliner Landesinitiative für Open Research aufzunehmen.
Neue Entwicklungen zur Landesinitiative auf unserem Blog
Open Access und Open Research sind keine vereinzelten Themen der Wissenschaft, sondern hängen an der Transformation eines ganzen Wissenschaftssystems. Um die Zusammenarbeit und Kooperation unter verschiedenen Interessengruppen zu stärken, veranstalten wir verschiedene Formate mit Wissenschaft und Politik. Darüber berichten wir in unserem Blog.
Arbeitsgruppen
Das Open Research Office Berlin organisiert verschiedene Arbeitsgruppen, in denen ein regelmäßiger Austausch unter den Einrichtungen stattfindet. Die Vernetzung findet auf operativer Ebene unter den Open-Access-Beauftragten der Universitäten, der Charité und den Hochschulen statt. Auf Leitungsebene treffen sich Vertreter*innen der wissenschaftlichen Einrichtungen und der Kulturerbe-Einrichtungen in der Landesinitiative Open Research Berlin.
Prozess der Strategieentwicklung: Offenheit als Grundsatz
Um den Prozess einer Strategieentwicklung anzustoßen, wurden im Jahr 2023 die Mittel des Open Research Office Berlin durch den Senat befristet um eine Stelle aufgestockt. So konnte das Open Research Office im November 2022 den Prozess starten und besuchte alle Berliner Hochschulen sowie mehrere Kulturerbeeinrichtungen des Landes Berlin. Ab 2023 wurden zudem mehrere Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Überlegungen zu einer Open-Research-Strategie durchgeführt.
Der Open-Access-Bericht über die Entwicklungen von Open Access in Berlin ist im Juli 2024 veröffentlicht worden. In diesem Bericht werden die Entwicklungen seit der Open-Access-Strategie von 2015 beschrieben. Auf dessen Basis wurden die Zielmarken für die Strategie vom Open Research Office Berlin im November 2024 erstellt. Auf dieser Grundlage konstituierte sich im Jahr 2025 die Arbeitsgruppe auf Landesebene neu: Als Landesinitiative Open Research Berlin erarbeitete diese Arbeitsgruppe das Positionspapier zur Entwicklung von Open Research in Berlin. Die Erstellung des Positionspapiers wurde vom Open Research Office Berlin koordiniert und partizipativ gestaltet (Stand: Juli 2026).
Die Berliner Strategie für offene Wissenschaft von 2015
Die Berliner Open-Access-Strategie wurde im Oktober 2015 vom Berliner Senat und im Dezember 2015 vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet. Sie hat den offenen Zugang und eine umfassende Nutzbarkeit im Sinne von Open Access in den Bereichen wissenschaftliche Publikationen, Forschungsdaten und kulturelles Erbe/Kulturdaten zum Ziel.
Zielformulierungen
Zu den Zielformulierungen zählt, dass im Jahr 2020 der Anteil an wissenschaftlichen Open-Access-Publikationen für Zeitschriftenartikel aus allen wissenschaftlichen Einrichtungen in der Zuständigkeit des Landes Berlin bei 60% liegen sollte. In einer Kooperation der Universitätsbibliotheken und des Open-Access-Büros wurde für die Jahre 2013–2020 der Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenartikeln erhoben. Für das Jahr 2020 wurde zuletzt ein OA-Anteil bei wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln der neun publikationsstärksten Berliner Hochschulen von 63,6% nachgewiesen (der Bericht ist hier verfügbar), so dass die Zielquote übertroffen werden konnte.
Der Anteil an Monografien und Sammelbänden, die im Open Access erscheinen, sollte ebenfalls deutlich erhöht werden.
Das Land Berlin setzt sich für den offenen Zugang zu und die Ermöglichung einer umfassenden Nachnutzung von Forschungsdaten ein und orientiert sich dabei an nationalen und internationalen Strategien. Die bereits vor der Open-Access-Strategie begonnene Digitalisierung des kulturellen Erbes des Landes Berlin wird fortgesetzt und erweitert. Das Land Berlin setzt sich weiterhin für den offenen Zugang zu und die umfassende Nutzbarkeit von Kulturdaten ein.
Übergeordnete Maßnahmen
Die Open-Access-Strategie Berlin beinhaltet darüber hinaus verschiedene übergeordnete Maßnahmen. Zu diesen gehört, neben der Einrichtung des Open-Access Büros im Jahr 2016, die Stärkung des bestehenden Netzwerks an Akteur*innen im Bereich Open Access und die Unterstützung bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen. Auf Landesebene wird als Ziel formuliert, Open Access in den Hochschulverträgen zu verankern und die Diskussion über die Einbeziehung von Open Access als Indikator für die leistungsorientierte Mittelvergabe zu fördern. Auch sollen Open-Access-Publikationen als relevante Kriterien bei der Evaluation von Forschungseinrichtungen sowie bei Einstellungs- und Berufungsverfahren festgelegt werden. Über die Rahmenbedingungen hinaus wird der Aufbau von Infrastrukturen mit Unterstützung des Landes forciert, die die digitale Langzeitverfügbarkeit von Publikationen sowie Forschungs- und Kulturdaten nachhaltig sicherstellen.
Umgesetzt wird die Strategie durch eine enge Vernetzung aller beteiligten Institutionen, die durch das Open-Access-Büro Berlin koordiniert wird. Die Umsetzung wird durch verschiedene Aktivitäten unterstützt.
Open-Access-Strategie Berlin
Mit diesem Dokument bekennt sich das Land Berlin zum Open-Access-Gedanken zum Wohl von Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft...
Hintergrund zur Open-Access-Strategie
Im Februar bzw. März 2014 richtete die Piratenfraktion die Anträge Open Access I: Bericht über...
Schlussbericht des Berliner Abgeordnetenhauses
Der Senat legt nachstehende Mitteilung dem Abgeordnetenhaus zur Besprechung vor: Das Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am 22.5.2014 Folgendes beschlossen...

